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"Das Beste"

Einiges besprochen, nichts geklärt. Den einen Moment noch intensiv darüber diskutiert, drei Minuten später so getan als hätte nie eine Diskussion stattgefunden. Dann Stunden des Schweigens. Anschließend ein kurzer Wortfetzen „So viele Jahre Schule und nichts gelernt, zwei Jahre verschenkt“, „Laut Kalender achtzehn, laut der Reife dreizehn“, „Weißt alles besser und weißt doch gar nichts“, „Er steht nicht zu dir, wo ist seine Liebe, er will scheinbar nicht das beste für dich“, „Klar, sechs Monate zusammen und schon viel durchlebt“.


Alles haltlose Argumente. Sind meine Argumente genauso haltlos? Ich bilde mir ein sie sind es nicht, Einbildung ist auch eine Bildung. Was haben sie mir schon für Argumente entgegenzusetzen? Ihr letztes habe ich auch schon zerschlagen. Nun kommen sie mir nicht mehr mit Verstand, sondern mit Vorwürfen und mit Emotionen.


Sicher versteh ich es, natürlich ist es für keine Eltern schön, aber ich sehe „das Beste“ in einem anderen Licht als sie es tun. Und wer weiß schon was „das Beste“ für mich ist, wenn nicht ich selbst?

1.2.08 17:13


Besser ich wäre nicht mehr da?

 

Langsam aber sicher wächst mir die ganze Sache über den Kopf ... Seit vielen Tagen versuch ich nun schon alles mögliche, mach und tue und nichts bessert sich. Mittlerweile bin ich schon soweit das ich meine besser nicht da zu sein als soviel mitmachen zu müssen. Große Ziele hab ich mir gesetzt, hohe Ziele, vielleicht zu hoch für mich. Vielleicht zu hoch für uns. Mitte des Jahres will ich eine Wohnung und eine Lehrstelle im Landkreis Würzburg haben. Es ist ja nichtmal so, dass es an meinen Noten liegt das ich nichts finde ... es liegt schlicht und ergreifend an dem nicht vorhandenem Geld. Nun such ich, um mir die Umzugskosten zu finanzieren, einen Nebenjob. Doch das bedeutet ihn ein halbes Jahr nicht zu sehen ..., keine Freizeit, ich könnte meine Beziehung nicht mehr so pflegen wie ich es vorher getan habe und irgendwann wäre wohl der Zeitpunkt gekommen an dem man sagt man habe sich auseinander gelebt. Das will ich alles nicht. Die einzige andere Alternative die mir bleibt, ist meine Eltern zu überreden die Schule zu schmeißen, dann wäre ich flexibler und könnte auch Vormittagsjobs annehmen. Ich hätte eine Absicherung ihn in einem halben Jahr für immer sehen zu können ... Doch wie macht man das? Wie bringt man einer psychisch labilen Mutter und einem Vater der direkt Nein sagt bei, dass man mal eben die Schule schmeißen will und sich bis Juni/Juli mit Gelegentheitsjobs rumschlägt und nebenher darauf hofft eine Ausbildung weit weg zu finden? ...

An dieser Stelle bringt mich Hoffnung nicht weiter, Sätze wie „Das schaffst du schon.“ oder „Irgendwie findest du einen Weg.“ prallen an mir wie an einer Wand ab. Unrealistische Traumvorstellungen helfen mir auch nicht ...

Heute war ich mit meiner Mutter unterwegs und mir ist aufgefallen wie sie mich regelrecht gegängelt hat ... „Die Worte wurden lauter und sie gaben keinen Sinn, das Gedränge immer enger und ich war mittendrin. Und ich fühlte mich gefangen, so wie ein Insekt im Sand, je mehr es krabbelt desto weiter rückt der Kraterrand ...“

17.1.08 19:59


Routine

Dienstag, ein verdammt stressiger Tag. Den ganzen Tag unterwegs, den ganzen Tag Kopfschmerzen, den ganzen Tag arbeiten. Bis 20.45 Uhr. Und dann? Hausaufgaben machen oder lieber noch mit jemandem schreiben? Eine Frage die mir durch den Kopf ging während ich mich die Treppenstufen hinaufschleppte. Oben angekommen, Jacke ausgezogen und ab an den Pc. Sucht? Mag sein. Sehnsucht. Doch keiner ist da. Ich kann mit niemandem schreiben, mit niemandem reden, denn in 30 Minuten schaut ja alle Welt Dr. House, verstehe, ist natürlich wichtiger. Ich warte noch bis 21.15 Uhr in der Hoffnung das doch noch jemand kommt der sich dafür interessiert wie mein Tag war, doch Fehlanzeige. Was solls, ich bin es gewohnt, gewohnt allein zu sein. Hört sich ziemlich mitleidig an, traurig, traurige Realität.

Mittwoch, der Wecker reißt mich 6.20 Uhr aus dem Schlaf. Schule, 7 Stunden, darunter eine Presentation die, wie sich später herausstellte, ausfiel. Ich setz mich an den Pc mit dem Gedanken, ich hab noch viele Hausaufgaben im Nacken. Ich beschließe eine Hausaufgabe nebenbei zu machen, eine aufwändige, und gleichzeitig beschließe ich mehr bei meinem Freund zu sein als bei meiner Pflicht. Das bin ich auch, bild ich mir jedenfalls ein. Ein Kumpel von meinem Freund kommt on, dabei brauchte ich gerade seine volle Aufmerksamkeit, aber auch egal. Einige Minuten später, dieser Freund scheint nicht mehr zu schreiben, Andi kommt on. Wieder abgelenkt. Positiv abgelenkt und dennoch abgelenkt. Wieder nicht die Aufmerksamkeit die ich gerade bräuchte. Einige Minuten später, Andi ist wieder weg. Noch eine gute halbe Stunde Zeit um den gesamten Dienstag und den gesamten Mittwoch zu beschreiben. Zu wenig Zeit. Vielleicht auch nur zu wenig Zeit für mich. Telefonieren kann ich mit meinem Freund ja auch nicht, denn um 20.15 Uhr kommt ja Hereos. 21.15 Uhr, wo's vorbei ist können wir auch nicht telefonieren, denn dann kommt ja Stargate. Und bevor ich auf die Idee komme mir morgen einen schönen Abend machen zu wollen, nein, da kommt ja das Promi Special.

20.15 Uhr, ich steh auf und mach den Abwasch, erfüllt von Wut und gleichzeitig von Selbstanschuldigungen. Danach Tagebuch schreiben, Tasche packen und nun erneut Tagebuch schreiben. Ich frag mich wieso ich mich überhaupt später mal an diesen Mist erinnern will. ... Vielleicht will ich es ja auch gar nicht, sondern einfach nur meine etwas gehetzten Gedanken niederschreiben, irgendwo loswerden, wo doch jetzt wieder niemand für mich da ist ...

21.11.07 21:28


Und wieder allein. Traurig, aber beinah schon ein Routinegefühl. Und nun? Warten, warten bis Januar. Bis dahin sind es noch gute 2 Monate ... Doch wenn es soweit ist, haben wir mehr als 4 Tage ...

Freitag, 09. November. 10.34 Uhr, ich komme am Berliner Hauptbahnhof an. Es ist kalt. Ich setze mich und warte, der Zug rollt ein, wir umarmen uns und scheinen uns neu kennen zu lernen. Ab dann ging alles ganz schnell. Wie kann es nur schon wieder Dienstag sein? Es war doch gerade erst Freitag. Diese 4 Tage waren so schön ... Wieso sind solch schöne Momente immer so schnell vorüber? Wieso ist das was mir am meisten bedeutet soweit weg?

Gestern Abend ist es mir erst so richtig bewusst geworden. Den ganzen Tag über wollt ich nicht daran denken das dieser Tag der vorerst letzte ist, das nach diesem Tag wieder eine scheinbar endlos lange Zeit beginnt. Man merkt erst was man hatte, wenn man es verloren hat - wohl wahr. Ich hab ihn nicht verloren, vielleicht aus den Armen, aber nicht aus dem Herzen. Und doch schmerzt es so.

Ohne Abschied gibt es kein Wiedersehen. Stimmt, aber wieso muss es erst einen Abschied geben? Heute morgen schien irgendjemand verhindern zu wollen das er geht. Der Wecker klingelte nicht, wir hatten 10 Minuten Zeit uns fertig zu machen und sind dann wieder los zum Bahnhof ... Ich weiß nicht wie ich darüber denken soll. Der Bahnhof, ein Ort der Freude, aber auch der Trauer ... Das erste Treffen, Gleis 11, das zweite Treffen, Gleis 7 und das dritte Treffen ebenfalls Gleis 7. ... Gleis 11 das erste Treffen, unendliche Freude und gegenüber, am Gleis 13 unendliche Trauer ... Als wir auf dem Weg zum Hauptbahnhof waren, kam mir der Weg dorthin vor wie der Gang zum Schafott. Und dann setzte eine Station bevor wir aussteigen mussten die Bahn aus und wir mussten auf die nächste warten.

Dienstag, 13. November. 7.25 Uhr, Ankunft an Gleis 13. Verhaltenes durch die Gegend schauen. Ich konnte kaum hinsehen wie er weinte ... Wäre wohl auch in Tränen ausgebrochen, aber ich konnte es unmöglich schlimmer machen als es ohnehin schon war. Es ist kalt. Der Zug rollt ein, wir umarmen uns, ein Kuss und ein erneuter schwerer Abschied. Durch die Spiegelung in den Fensterscheiben des ICE's konnte ich nicht sehen wo er ist ... Dann fuhr der Zug los. Weg von hier.

Und nun heißt es wieder warten ...

13.11.07 10:05


Reinhard Mey - Allein

Das Lied des Tages:

Er drang mir in die Seele, wei Gott, wie er mich traf
der Spott der guten Kinder, ich war das schwarze Schaf
im Pausenhof, die Tränen niederkämpfend, stand ich stumm
der Inhalt meines Ranzens lag verstreut um mich herum
wie wünscht' ich mir beim Aufsammeln eine helfende Hand
ein Lächeln, einen Trost, und da war keiner, der sich fand
und ich hatte keinen Freund, und schlechte Noten, ist ja wahr
und unmoderne Kleider und widerspenstiges Haar.

Allein - wir sind allein
wir kommen und wir gehen ganz allein
wir mögen noch so sehr geliebt, von Zuneigung umgeben sein
die Kreuzwege des Lebens gehen wir immer ganz allein
Allein - wir sind allein
wir kommen und wir gehen ganz allein.

Wir waren uns alle einig in dem groen Saal
wir hatten große Pläne und ein großes Ideal
ich war der Frechste und der Lauteste und hatte Schneid
ich wusste unsere Stärke war unsere Geschlossenheit
doch mancher, der von großer gemeinsamer Sache sprach
ging dabei doch nur seiner kleinen eigenen Sache nach
und als ein Held sich nach dem anderen auf die Seite schlich
stand einer nur im Regen, und der eine, der war ich.

Und noch ein Glas Champagner und sie drückten mir die Hand
und alle waren freundlich zu mir, alle waren charmant
und mancher hat mir auf die Schulter geklopft, doch mir scheint
es hat wohl mancher eher sich als mich damit gemeint
die Worte wurden lauter und sie gaben keinen Sinn
das Gedränge immer enger und ich stand mitten drin
und fühlte mich gefangen wie ein Insekt im Sand
je mehr es krabbelt desto weiter rückt der Kraterrand.

Nun, ein Teil meines Lebens liegt hinter mir im Licht
von Liebe berflutet und gesumt von Zuversicht
in Höhen und in Tiefen auf manchem verschlungenen Pfad
fand ich gute Gefährten und fand ich guten Rat
doch je teurer der Gefährte, desto bitterer der Schluss
dass ich den letzten Schritt des Wegs alleine gehen muss
wie sehr wir uns auch aneinander klammern, uns bleibt nur
die gleiche leere Bank auf einem kalten leeren Flur ...

 

 

26.10.07 23:09


Tagebuchauszüge. Zeitraum: 3. März 2006 bis 29. April 2006. "Es ist der 03.04.2006. Mein Verlobter, ich liebe ihn. Hoffentlich ziehen wir bald zusammen.", "10.04.2006. Mein Verlobter, er muss mit einem Mädchen aus der 13ten Klasse tanzen für ein Theaterstück. Ich bin eifersüchtig, aber ich weiß, dass er mich nicht betrügen wird.", "12.04.2006. Ich habe mir das Theaterstück angesehen. Es war nur halbsoschlimm ...", "17.04.2006. Mein Verlobter hat Musikvideos von einer Band auf dem Pc die er gar nicht mag. Die Band, leicht bekleidet, aber er wird sich bestimmt nichts denken. Er liebt mich.", "19.04.2006. Mein Verlobter hängt sich ein Bild von einer halbnackten Frau an die Wand. Ich bin eifersüchtig, aber er meint, ich hätte keinen Grund dazu, er liebe nur mich. Ich glaube ihm.", "20.04.2006. Überraschungsbesuch bei meinem Verlobten. Der Anblick, der stechende Schmerz, überraschend. Aber ich liebe ihn.", "23.04.2006. Verheimlicht er mir doch etwas? Ich werd es testen.", "29.04.2006. Das Geständnis. Aber es hat sich alles wieder geklärt ... glaube ich jedenfalls."

Tage verstrichen, Wochen und Monate flogen vorbei. Mit meinem ehemals Verlobten habe ich abgeschlossen, es ist nun beschlossene Sache. Ich habe mein einziges Glück nun gefunden und ich werde dieses kaum zu beschreibene Gefühl in meinem Herzen behalten und es nie wieder hergeben. Ich kann mein Glück kaum fassen (...) und frage mich womit ich soviel Liebe nur verdient habe ...

Tagebuchauszug. 11.09.2007. "Wir hielten uns noch in den Armen bis der Zug einrollte. Ich liebe ihn ..."

29.9.07 20:39


Melodie

Gerade höre ich sie wieder. Jene Melodie die uns verbindet. Vor einigen Monaten, an diesem Ort, als ich 2 Schulstunden sausen lies um einen Brief zu schreiben, noch vor einigen Monaten hätte ich selbst nicht dran geglaubt. Damals lies ich mich auf einer Parkbank nieder und begann einfach drauf los zu schreiben, wollte tröstende Worte finden um zu helfen. Wärend ich versuchte die passenden Worte zu finden hatte ich ein merkwürdiges Gefühl im Bauch. Wieso schwänze ich 2 Schulstunden nur um einen Brief in einem Park zu schreiben, den ich genauso gut hätte auch nach der Schule zu Hause schreiben können? Irgendetwas konnte daran nicht stimmen, aber ich dachte nicht weiter darüber nach, verdrängte dieses Gefühl, welches mir nur Rätsel aufgab, einfach. Hätte ich an diesem Tag schon gewusst was mich wenige Wochen später erwartet ... ich hätte nichts anders gemacht.

Es war windig an jenem Tag und ich hörte diese Melodie. Eine Melodie, ... die uns für immer verbindet ...

7.9.07 21:10


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